Neues von Holger Schulten
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Passauer Neue Presse (PNP) vom Freitag, 17. Mai 2002, Lokalteil Passau-Stadt
     
  "Orgelmusik als Brückenschlag zwischen Mensch und Gott
Bischof Schraml bei der Präsentation des Buches
"Die Passauer Domorgel"


Die Passauer Domorgel wird erstmals umfassend dargestellt: Am Mittwochabend ist das gleichnamige Buch zunächst der Presse auf der Domempore und anschließend rund 150 Gästen aus Kirche, Kunst und Kultur im Festsaal St. Valentin präsentiert worden. Kraftvoll und sensibel zugleich machte zuvor Domorganist Hans Leitner mit einer Improvisation aus dem Gottes Lob einen stimmungsvollen Auftakt.

Nach der Begrüßung durch Domdekan Lorenz Hüttner sprach Bischof Wilhelm Schraml ein Grußwort zur Präsentation des neuen Buches, zu dem er auch das Vorwort geschrieben hatte. Er verglich die Orgelmusik mit einer Jakobsleiter, welche die Engel auf Erden vergessen haben. "Das Orgelspiel wird zum Brückenschlag zwischen Mensch und Gott." Er hoffe, dass die Orgelmusik den Menschen Hilfe beim Gebet sei und sie hinfinden lasse zum Loben, Bitten und Danken vor Gott und zur Freude am Leben, so der Bischof.

Bürgermeisterin Dagmar Plenk überbrachte die Grüße der Stadt und erzählte, wie stolz man als Passauer sei, dieses faszinierende Kircheninstrument zu beherbergen, das nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein mystisches und religiöses Erlebnis sei. Sie hob die Orgelnacht von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, die die Europäischen Wochen ins Leben gerufen haben und die in diesem Jahr am 19. Juli stattfindet, ebenso hervor wie den Eintrag 1998 ins Guinnessbuch der Rekorde.

Schließlich kamen die beiden Herausgeber zu Wort: Domorganist Hans Leitner erzählte die Entstehungsgeschichte des Buches, das aus einem Defizit geboren war. Außer einem Touristenführer und einer Festschrift aus dem Jahr 1928 gab es kein Werk zu diesem einmaligen Instrument. Das Anliegen der Herausgeber sei ein Domorgellesebuch gewesen, kein fachspezifisches Werk. So machen neben historischen und wissenschaftlichen Aufsätzen auch Essays, Gedichte, Zeichnungen sowie Chroniken die Passauer Domorgel erlebbar.

Mitherausgeber und Orgelbauer Wolfgang Eisenbarth erklärte, sein Bestreben sei es gewesen, die Technik hinter der Fassade zu zeigen. Auch der Laie solle erleben und nachvollziehen, welches Register wo stehe und wie es aussehe.Verlagsrepräsentant Dr. Hubert Kerscher vom Verlag Schnell & Steiner (Regensburg) hob hervor, dass Schnell & Steiner bereits den Domorgelkurzführer sowie Kunstführer herausgegeben habe. Der Verlag widme sich im besonderen dem Thema Orgellandschaften.

"Die Passauer Domorgel" kostet 24,90 Euro, erscheint in einer Auflage von 2500 Stück und ist aufgenommen in die Publikationsreihe der Gesellschaft der Orgelfreunde, die 6000 Mitglieder hat. Im vergangenen Jahr waren rund 140 000 Besucher bei Orgelkonzerten im Dom. Domkapellmeister Gerhard Merkl ist bei den Konzertreihen bemüht, Orgelliteratur aus allen Epochen zu spielen. Neben den Messen, bei denen die Liturgie im Mittelpunkt steht, bieten Domkapelle und Domchor noch zehn Chorkonzerte. Und: Seit einem Jahr hat sich die Domsingschule etabliert. 95 Kinder zwischen 5 und 14 Jahren sind hier aktiv und arbeiten mit Brigitte Fruth und Stimmbildnerin Barbara Schreiner in fünf Gruppen. Außerdem gestalten acht Alumnen der Choralschule des Priesterseminars mit gregorianischen Gesängen das musikalische Leben im Passauer Dom. Zur Gottesdienst- Musik sowie den Orgelkonzerten, den Geistlichen Konzerten und der Internationalen Orgelkonzertreihe hat die Diözese zwei Broschüren herausgebracht, die im Dom und dem Fremdenverkehrsamt erhältlich sind.
Edith Rabenstein"
     
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